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211-10181W Online-Vortrag: Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden

Beginn Mi., 28.04.2021, 19:30 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 5,00 €
Dauer 1 x
Kursleitung Ulrich Chaussy

Ulrich Chaussy liest aus und diskutiert zu seinem aktuellen Buch:
1980. Am 26. September ereignet sich in München das Oktoberfestattentat mit 13 Toten, am 19. Dezember in Erlangen der erste gezielte antisemitische Mordanschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. An beiden Verbrechen sind Personen aus der rechtsextremen Szene beteiligt. Gundolf Köhler legt die Bombe von München, Uwe Behrendt soll den ehemaligen Nürnberger Rabbiner Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke erschossen haben. Köhler und Behrendt standen in Verbindung mit der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Aber beide Attentäter sollen ihre Taten allein geplant und ausgeführt haben.
Ulrich Chaussy hat über drei Jahrzehnte über zum Oktoberfestattentat recherchiert und publiziert. Er hat ein zum Teil eklatantes Versagen der Ermittler und der juristischen Aufarbeitung aufgedeckt. Chaussy zeigt die Zusammenhänge auf, die beide Verbrechen verbinden.
Das Oktoberfestattentat kann keine Einzeltat gewesen sein, so Chaussy - und der antisemitische Hass, der den Erlanger Mordschützen antrieb, kann sich nicht selbstständig entwickelt haben. Damals wie heute verstellt der Einzeltätermythos den klaren Blick auf rechtsextreme Attentate und antisemitische Morde. Nach fast 40 Jahren wurden die Akten im Juli 2020 endgültig geschlossen. In der Neubewertung des Oktoberfestattentats folgt jetzt auch die Bundesanwaltschaft Chaussys Analyse, dass das Oktoberfestattentat rechter Terror war.

Ulrich Chaussy, Jahrgang 1952, studierte Germanistik und Soziologie und war als Autor und Moderator vor allem für den Bayerischen Rundfunk tätig. Seine Bücher über die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" und über das Oktoberfestattentat erschienen in mehreren Auflagen. Letzteres wurde unter dem Titel "Der blinde Fleck" 2013 für das Kino verfilmt und trug zur Wiederaufnahme der Ermittlungen durch den Generalbundesanwalt bei. Sein Werk als investigativer Journalist und Buchautor wurde mit deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen. Eine Teilnahme per Chat ist möglich. Die Zugangsdaten für die Online-Teilnahme erhalten Sie bei der Anmeldung.




Kursort


85560

Termine

Datum
28.04.2021
Uhrzeit
19:30 - 21:30 Uhr
Ort
Online-Vortrag